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Zivildienstverkürzung

Beziehungsaufbau braucht Zeit

Aus zwischenmenschlicher und sozialer Sicht ist eine Verkürzung des Zivildienstes nicht sinnvoll, für die eigene Ausbildung aber schon. So äußerten sich am 19. März Zivildienstleistende der Diakonie in Baden gegenüber dem Bundesbeauftragten für den Zivildienst, Dr. Jens Kreuter in Karlsruhe. Einhellig sprachen sie sich deshalb gegen eine Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate aus.

   Stockmeier mit Daniel Weisenburger, Zivi in der pädagogischen
   Schülerhilfe in Karlsruhe

 

 

 

 

  Diskussionspause

 

 

    Dr. Jens Kreuter, Bundesbeauftragter
    für den Zivildienst

„Es ist eine Zumutung zum Beispiel für die Pflegedienste und für die Patienten, wenn der Zivildienst nur sechs Monate lang wäre“, sagt Maximilian Zoller, der seinen Zivildienst in der Diakoniestation Pfinztal macht. „Die Patienten gewöhnen sich in so kurzer Zeit niemals an einen Zivi. Ein sechsmonatiger Zivildienst ist in Stellen mit intensivem menschlichen Kontakt nicht durchführbar“, so Zoller. Die Zivis, die zu dem Gespräch mit Kreuter ins Diakonische Werk Baden gekommen sind, waren sich einig: Wer den Umgang mit Menschen in einem sozialen Einsatzfeld erlebt hat, der weiß, dass sechs Monate zu kurz sind, um eine Beziehung aufzubauen.

Deshalb setzt sich die Diakonie in Baden dafür ein, dass Zivis, die zukünftig einen sechsmonatigen Zivildienst ableisten müssen, die Möglichkeit bekommen, ihre Zeit in einer diakonischen Einrichtung durch ein dreimonatiges FSJ auf neun Monate verlängern zu können. Johannes Stockmeier, Oberkirchenrat und Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden: „Wer weitermachen will, der soll auch weitermachen können. Deshalb müssen die durch die Verkürzung freiwerdenden finanziellen Mittel für diese Lösung zur Verfügung stehen.“


letzte Aktualisierung am 26. März 2010

 
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