Diakonisches
Altenpflegeheim bekommt Tierschutzpreis Baden-Württemberg
Als erstes Altenpflegeheim
in Baden-Württemberg
bekam das evangelische Altenpflegeheim Sonnhalde
in Neuenbürg den Tierschutzpreis 2009 des
Landes Baden-Württemberg in Verbindung mit
dem Sonderpreis „Mensch und Tier“ der
Caritas Gemeinschaftsstiftung und der Anna und
Helmut Scharf-Stiftung verliehen. Dabei wurden
vor allem der Umgang des Heimes für seinen
Umgang mit Tieren im Zusammenhang mit den Heimbewohnern
und die artgerechte Haltung gewürdigt.
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| Heimleiter Ludger Schmitt |
„Wenn alte Menschen depressiv oder dement
sind, dann ist es oft noch möglich, über
Tiere zu ihnen vorzudringen. Tiere sind deshalb
für Altenpflegeheime zukünftig ein
Thema.“ Mit diesem Satz würdigte Staatssekretärin
Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für
Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg
das diakonische Pflegeheim, in dem derzeit rund
einhundert Tiere und 71 Bewohnerinnen und Bewohner
leben. Sie wird am Montag in Stuttgart den Preis übergeben.
Die jüngste Bewohnerin, das Lämmlein
Olivia, ist gerade mal drei Wochen alt. Zu den ältesten
Bewohnern gehört der Hase Blacki, der gerade
aus dem „ehrenamtlichen Besuchsdienst“ bei
den Bewohnern ausgeschieden und in Rente gegangen
ist. „Da Blacki zwar blind ist, aber noch
selbständig fressen kann, bekommt er leider
keine Pflegestufe,“ schmunzelt Heimleiter
Ludger Schmitt. Einer der Bewohner kümmert
sich jedoch besonders liebevoll um den alten
Hasen.
Ein Pflegeheim sei ein Ort
zum Wohnen, ein Zuhause und keine Intensivstation.
Deshalb ist für
Heimleiter Schmitt das Miteinander von Mensch
und Tier so wichtig. Schmitt: „Wir müssen
einen Heimbewohner als ganzen Menschen sehen
und nicht nur als zu Pflegenden. Akustische Signale
von Tieren, das Berühren, Streicheln, die
Zuneigung und auch für ein Tier da zu sein,
ist für viele Menschen wichtig.“ Eine
Bewohnerin bestätigt das: „Tiere sind
was Herrliches. Die geben dem ganzen Menschen
Erfüllung.“ Im Pflegeheim Sonnhalde
sind die Gänse, Schafe, Hasen, Hunde, Vögel
und all die anderen Tiere – insgesamt 15
verschiedene Rassen – mehr als ein „Therapiemittel“,
erklärt Schmitt.
Schmitt: „Unser Konzept ist einzigartig
und dennoch war der Anfang vor sieben Jahren
nicht leicht.“ So manchem Neuenbürger
seien die Tiere anfangs ein Dorn im Auge gewesen.
Tiere im Pflegeheim, das ginge doch nicht. Auch
der freilaufende Hund Mara erregte Unmut und
zog vorsorgliche Beschwerden auf sich. Heute
ist das Pflegeheim Sonnhalde mit all seinen 171
Bewohnern integriert. Anwohnerin Margareta Treiber
hilft ehrenamtlich mit, die Tiere zu versorgen,
andere spendeten zwei Schafe. Schmitt ist Mitglied
im Kleintierzüchterverein und nimmt mit
seinen Tieren auch an Geflügelausstellungen
teil. Die Preisgelder aus Prämierungen und
der Verkauf von ehrenamtlich gebackenem Flammkuchen
sind notwendige Einnahmequellen. Denn die Kosten
für Futter, Ställe und Tierarzt übernimmt
kein Kostenträger. So hat Schmitt die 3.000
Euro aus dem Tierschutzpreis denn auch schon
verplant: „Wir wollen Ställe sanieren,
neue Ställe für die Hasen und eine
Vogelvoliere bauen.“
Mehr Infos: www.siloah.de/sonnhalde
letzte Aktualisierung
am 10. November 2009
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