Das
Diakonische Werk Baden bekennt sich zur Tarifbindung
Badische Pflegeeinrichtungen stehen auch im harten
Wettbewerb zu ihrem diakonischen Profil
Der
zukünftige Präsident
des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche
in Deutschland, Johannes Stockmeier, „hält
seinen Laden sauber“. Im Diakonischen
Werk Baden werden die 145 Mitarbeitenden nach
dem Tarif des öffentlichen Dienstes entlohnt.
Das Diakonische Werk Baden
e.V. hat derzeit rund 145 Mitarbeitende zwischen
20 und Anfang
60 Jahren. Seit 2006 haben hier vier Jugendliche
einen Ausbildungsplatz bekommen. Zwei wurden
als Kaufleute für Bürokommunikation
im Haus in feste Anstellungsverhältnisse übernommen.
Angeboten werden seit kurzem auch Einstiegsqualifikationen
für Jugendliche, die anderswo keinen Ausbildungsplatz
bekommen haben, um ihnen Chancen auf dem Arbeitsmarkt
zu eröffnen und neue Orientierung zu ermöglichen.
Drei Mitarbeitende aus Zeitarbeitsfirmen,
die in den letzten Jahren kurzfristig angefordert
wurden, um Abwesenheiten wegen Krankheit aufzufangen,
wurden anschließend sogar mit Tarifverträgen
fest angestellt. So auch jüngst Nicole
B. (36), als Mitarbeitende am Empfang von den
Kollegen liebevoll „das Aushängeschild“ des
Diakonischen Werkes genannt. Sie erhielt Ende
letzten Jahres ihren neuen Arbeitsvertrag. Die
gelernte Verwaltungsfachangestellte ist froh,
dass sie jetzt eine Festanstellung hat.
Das Diakonische Werk Baden,
an dessen Spitze noch bis zum 15. Januar Johannes
Stockmeier steht,
hat sich als oberstes Ziel gesetzt, die Zahl
der diakonischen Pflegeheimplätze in Baden
zu erhalten und die Pflegekräfte auch in
Zeiten „finanzieller Daumenschrauben“ nach
Tarif zu bezahlen. Gleichzeitig will der evangelische
Wohlfahrtsverband „innovatives Wachstum“ im
Sozialen. Stockmeier: „In den kommenden
Jahren brauchen wir neue Konzepte für die
Versorgung demenzkranker Menschen. Da müssen
auch ganz neue Arten von Beschäftigungsverhältnissen
durchdacht werden. Gebraucht werden für
Demenzkranke in den Heimen vor allem auch zunehmend
Menschen, die sie durch den Alltag begleiten.“
In Baden haben sich die Mitgliedseinrichtungen
der Diakonie verpflichtet, ihre Mitarbeitenden
nach Tarif zu bezahlen. Für manche inzwischen
eine betriebswirtschaftliche Herausforderung,
denn der Wettbewerb auf dem Pflegemarkt ist härter
geworden.
„Vor allem die Pflegeheime stehen unter
einem enormen Druck,“ so Robert Bachert,
Vorstand Wirtschafts- und Finanzberatung im Diakonischen
Werk Baden. Der Sozialpädagoge und Betriebswirt
begleitet die diakonischen Einrichtungen in
Baden bei Pflegesatzverhandlungen und führt
Gespräche mit dem Sozialministerium über
gesetzliche Regelungen und notwendige finanzielle
Rahmenbedingungen für die Arbeit der Pflegeheime.
Bachert: „Wir beraten unsere Mitglieder,
wie sie mit einem diakonischen Anspruch wirtschaftlich
arbeiten können. Dabei spielt die Refinanzierung
eine große Rolle. Laut Gesetz sollen die
Pflegesätze „leistungsgerecht und
wirtschaftlich“ sein. Wir verhandeln mit
den Pflegekassen und Sozialhilfeträgern
zwar in der Regel auskömmliche Pflegesätze,
im Alltag hilft das so manchem diakonischen Pflegeheim
aber nicht. Zum Beispiel dann, wenn alten Menschen,
die einen Pflegeheimplatz suchen und auf Sozialhilfe
angewiesen sind, die billigsten Heime nahe gelegt
werden.“
Das Diakonische Werk Baden
sucht derzeit das Gespräch mit den Kommunalen Spitzenverbänden
um gemeinsam eine Lösung für „dieses
Dilemma“ zu finden.
Das Jahresthema 2011 des
evangelischen Landesverbandes ist „Menschenwürde“. Darin soll
der Aspekt „Wirtschaftlichkeit und Nächstenliebe“ eine
große Rolle spielen.
Das Diakonische Werk Baden
e.V. ist ein Wohlfahrtsverband der Evangelischen
Kirche und eingetragener Verein.
Es hat derzeit rund 940 Mitglieder. Die Mitglieder
sind Träger von mehr als 3.000 Einrichtungen
und Diensten mit etwa 25.000 hauptamtlichen-
und ebenso vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden.
letzte Aktualisierung
am 13. Janaur 2011
|