Logo Diakonie
Wir über uns Aktuelles Unsere Themen Spendenprojekte Zivildienst/FSJ Jugend/Kinder/Familie Publikationen
 
  Journalistenpreis 2011  
  Elternarbeit  
  Elterngeld für Hartz-IV-Bezieherinnen  
  Tarifbindung  
  Jahresbericht 2010  
  Bürgerschaftliches Engagement  
  Tafeluntersuchung  
  Altenheimseelsorge  
  Heizkostenzuschuss  
  Zuwanderer  
  Diakonische Konferenz des DW-EKD  
  Schwangerschafts-konflikt  
  Elterngeld Hartz IV  
  Notlagenfonds für Schwangere  
  Sterbekultur entwickeln  
  Sozialausgaben  
  Pflegenachwuchs  
  Familienkongress  
  Jahresempfang  
  Pflegeheimsteuerung  
  Erzieherinnen für 0 bis 3-Jährige gebraucht  
  Couch for kids in Bahnhofsmission  
  Umweltmanagement  
  Altenheimseelsorge  
  Zivildienstverkürzung  
  Europakongress 2010  
  Neuregelung Jobcenter  
  ehrenamtliche Sterbebegleitung EU  
  Loony-Design  
  Kinder und Hartz IV  
  Hartz IV-Urteil / Finanzierbarkeit  
  Diakoniepreis verliehen  
  Familien stabilisieren  
  Sozialkongress  
  Hartz-IV-Urteil  
  Hartz IV  
  Freiwilliges Soziales Jahr  
  Vertragsunterzeichnung  
  Thema Babyklappe  
  Missbrauch von Kindern  
  Jahresbericht 07 "Social Fiction 2047"  
  Epilepsie  
 
  Themensuche  
   
  Termine/Bildung  
  Stellenmarkt  
  Links  
  Ihre Gemeindearbeit  
  Impressum/Kontakt  
  Diakonie-Intern  

 


Thema Migration
ist Anfrage ans deutsche Bildungssystem

Fachtagung der Diakonie Baden zu „Aspekten weiblicher Migration“ / Erste Ergebnisse der bisher umfangreichsten Studie zum Thema „Migrantinnen“ vorgestellt/ Diakonie begrüßt Schaffung des Integrationsministeriums

Mehr Beratung und Angebote für Migrantinnen direkt in den Stadteilen fordert Prof. Dr. Cornelia Helfferich vom Sozialwissenschaftlichen Frauenforschungsinstitut in Freiburg. Das Institut hat im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die bisher umfangreichste Studie über die Situation von Migrantinnen in Deutschland erstellt.

 

Prof. Dr. Helfferich forscht über Migrantinnen.
Foto: Schmidt

Das Sozialwissenschaftlichen Frauenforschungsinstitut gehört zur Evangelischen Hochschule Freiburg. Die wiederum ist Mitglied des Diakonischen Werkes Baden. In der Studie, die bisher noch nicht veröffentlicht ist, hat Helfferich mit ihrem Forschungsteam festgestellt, dass das deutsche Bildungssystem wesentlich dazu beiträgt, dass Migrantinnen in Deutschland benachteiligt sind. Befragt wurden 850 türkische und 850 Migrantinnen aus Osteuropa.

Download: Studienergebnisse als MS Powerpoint-Präsentation

In der Bildungs- und Familienpolitik müsse sich etwas ändern, so Helfferich auf einer Tagung der Diakonie Baden unter dem Titel „Aspekte weiblicher Migration“, die am 14. Juli in Karlsruhe stattfand. Anlass der Tagung war, dass jede zweite Frau, die in eine diakonische Beratungsstelle kommt, einen Migrationshintergrund hat. Jeder dritte hat eine andere als die deutsche Staatsbürgerschaft. Deshalb nahmen an der Fachtagung Gäste aus der Kommunalpolitik teil, aus der Beratungsarbeit, Medizin und Wissenschaft teil.
Bei vielen osteuropäischen Frauen stünde ihr Verdienst im keinem Verhältnis zu ihrer Qualifikation, hat Helfferich heraus gefunden. Sie hätten in der Regel hochqualifizierte Bildungsabschlüsse, die in Deutschland jedoch überwiegend nicht anerkannt werden. Sie stünden oft vor der Alternative, Kind oder Weiterqualifizierung und seien enttäuscht über die Angebote der Kinderbetreuung für berufstätige Frauen in Deutschland.

Anders Frauen aus der Türkei. Diese Frauen würden sehr jung heiraten und hätten dann oft noch keine Ausbildung abgeschlossen. Nach der Kinderphase würden sie nur selten Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung finden, so Helfferich. Deshalb hält es die Hochschulprofessorin für vorrangig, entsprechende Angebote im deutschen Bildungssystem vorzusehen. Helfferich: „Im Bildungsland Deutschland wird diesen Frauen im Grunde genommen Bildung verweigert, weil sie gar keine Chance habe, die vorhandenen Bildungsangebote in Anspruch zu nehmen. Hier gibt es – auch für deutsche Frauen – keine Angebote, einen Ausbildungsabschluss ab 25 Jahren nachzuholen!
Deshalb fordert die Sozialwissenschaftlerin mehr Gleichberechtigung für Menschen mit Migrationshintergrund im Bereich Bildung. Das deutsche Bildungssystem müsse es ermöglichen, dass auch junge Müttern ab 25 Jahren einen Ausbildungsabschluss machen können.

Mit der Schaffung eines eigenständigen Ministeriums für Integration habe die neue Landesregierung die Hoffnungen gestärkt, dass sich auch das Land Baden-Württemberg viel stärker als bisher in der Förderung von Integrationsprozessen engagieren werde. Dieses Engagement des Landes begrüße die Diakonie ausdrücklich, so Oberkirchenrat Urs Keller, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes Baden auf dem Fachtag. Keller: „Wir alle, sowohl das Land, aber auch die Kirchen und Verbände stehen vor der großen Aufgabe, sich interkulturell zu öffnen. Wir selbst haben uns mit den von unserem Vorstand und Aufsichtsrat der Diakonie Baden beschlossenen Leitlinien und Handlungsempfehlungen zur interkulturellen Orientierung und Öffnung der Diakonie wichtige Selbstverpflichtungen auferlegt. Hier möchten wir aber nicht stehen bleiben, sondern diese Prozesse in unseren Diensten und Einrichtungen vor Ort praktisch umsetzen und voranbringen.“


Mehrnousch Zaeri erzählte ihre Geschichte in Deutschland.
Ihr Bruder Mehrdad hat es live illustriert.
Foto: Schmidt

Dies tut die Diakonie Baden unter anderem ein durch das Angebot interkultureller Trainings, die bisher vor allem in Kitas und Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden und gezielten Bildungsangeboten für Eltern in Kitas in Zusammenarbeit mit Land und Kommunen. In der Schwangerschaftskonfliktberatung, der Beratung von Familien und in der Ausstiegsberatung für ehemalige Prostituierte spiele das Thema Migration eine große Rolle, so Ingrid Reutemann vom Diakonischen Werk Baden.

„Baden-Württemberg hat von allen deutschen Flächenländern den höchsten Migrationsanteil. Die Zuwanderungspolitik setzt zunehmend auf die Anwerbung von Fachkräften, während die Hürden für den Familiennachzug immer höher werden. Auch damit müssen sich die Beratungseinrichtungen auseinander setzen,“ schlussfolgert die Freiburger Wissenschaftlerin Helfferich.

letzte Aktualisierung am 15. Juli 2011

 
Bildungsprogramm 2012

Das neue Programm vom "Bildungshaus Diakonie" jetzt hier downloaden.


Wir sind online!

Diakonie OnlineberatungNeu: Online-beratung der Diakonie rund um Schwangerschaft, Geburt und Familie
>>weiter


Bundesfreiwilligendienst

Infoflyer Bufdi


"gemeinsam gewinnen"

Eine Aktions-gemein-schaft des Diakonischen Werkes Baden, des Diözesancaritasver-
bandes Freiburg und des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes
>>weiter