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Sehnsucht nach Liebe, Sinn und Vergebung bleibt auch im hohen Alter

Die Seelsorge für hochaltrige Menschen in den Pflegeheimen wird immer wichtiger. Deshalb hat die Diakonie Baden jetzt nach einer vierjährigen Projektphase in 2010 eine Stelle für Altenheimseelsorge geschaffen. Ziele sind die Qualifikation und Fortbildung Haupt- und Ehrenamtlicher und eine stärkere Vernetzung von Pflege, Seelsorge und Hospizarbeit im Heim.

Die Zahl der hochaltrigen Menschen in den Pflegeheimen werde in den kommenden Jahren weiter zunehmen, so die Diakonie Baden, zu der rund 80 Pflegeheime mit mehr als 8.000 Plätzen gehören. „Seelsorge an hochaltrigen Menschen sei gerade in einer Kirche wichtig, in deren Sonntagsgottesdiensten über Tod und Auferstehung gepredigt werde, so die Inhaberin der neuen Stelle, Dr. Urte Bejick. Die 52jährige Theologin und Diakoniewissenschaftlerin hat über „Seelsorge mit Hochbetagten“ einen Artikel in den soeben erschienenen Buch „Hochaltrigkeit“ von Hilarion G. Petzold, dem Gründer des Fritz-Perls-Instituts (Nordrhein-Westfalen), veröffentlicht. In dem Artikel weist die evangelische Theologin darauf hin, dass die Sehnsucht nach Zuwendung, Liebe, Sinn, Vergebung zu empfangen und nach Nähe auch im hohen Alter bleibt. Deshalb würden immer mehr Pflegeheime – auch nichtkirchliche Anbieter – Bedarf anmelden an religiösen Ritualen und Seelsorge an alten Menschen, hat Bejick festgestellt. Auch der neueste Altenbericht der Bundesregierung vom November 2010 enthält erstmals ein Kapitel über Seelsorge und Kirchen, er widmet sich vor allem den „jungen Alten“. Darüber hinaus dürfen die pflegebedürftigen und gebrechlichen Alten nicht vergessen werden. Bejick: „Seelsorge mit hochaltrigen Menschen heißt Konfrontation mit einem Wertesystem, das in der Arbeitsgesellschaft nur rudimentär gilt: Langsamkeit, Passivität, Rückzug, etwas geschehen lassen statt machen. Fast alle mir bekannten Seelsorger berichten, dass sich durch die Besuche im Altenpflegeheim ihr Leben und ihre Einstellungen geändert hätten. Sie seien dankbarer geworden.“

Während der Bedarf an Seelsorge in Heimen zunimmt, gibt es jedoch erst wenige flächendeckende Konzepte für Altenheimseelsorge in Deutschland. Gebraucht werden mehr ehrenamtliche Besuchsdienste, Pfarrerinnen und Pfarrer, die ausreichend Kompetenz und Zeit haben für die Pflegeheime in ihrer Gemeinde und Rituale in den Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankensalbung und Aussegnungen, so Bejick, die seit nunmehr über fünf Jahren in diesem Bereich tätig ist.

Im März 2011 startet eine weitere zweijährige Grundqualifikation „Altenheimseelsorge“ für Diakone und Gemeindepfarrer, die Bejick verantwortet. Ein Curriculum für Ehrenamtliche ist im Entstehen.

 

letzte Aktualisierung am 27. Dezember 2010

 
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